Der Begriff „Mapping" bezeichnete die kartografische Herangehensweise an ein Untersuchungsfeld.„Mapping" bedeutet heute, die Netzwerke eines Raumes zu erfassen. In diesem Sinne kann es als Instrument zum „Lesen" von Landschaften und Orten verstanden werden.Städte und Landschaften sind topografische, geografische und zugleich semiotische Räume, durch Geschichte und Gesellschaft, Identität und Beziehungsgeflechte, Natur und Kultur geprägte Räume. So kann eine Region wie das Ruhrgebiet auf unterschiedliche Weise kartografisch erfasst und „gelesen" werden: Schon die Blicke auf den Rhein-Ruhr-Atlas von „Falk" oder den Netzplan des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr machen das anschaulich. |
Im künstlerischen Kontext spielen Begriffe und Methoden wie Kartografie und Mapping seit den 50erJahren eine Rolle. In der zeitgenössischen Kunst ist das „mapping“ eine zentrale Recherchemethode derer sich zahlreiche Künstler bedienen, die in den Ausstellungen der RKM beteiligt sein werden.Wissenschaftliche und subjektive oder künstlerische Verfahren bieten unterschiedliche Zugangsweisen. Prozesse, Beobachtungen, Messergebnisse und Erkenntnisse werden inverschiedenen Formen und Medien festgehalten oder in Prozesse eingebracht: Landkarte, Fotografie, Film, individuelle Schreibsysteme, Diagramme, Tonaufnahmen (soundscape). Auch das Unterwegssein wird heute als eigenständige Form künstlerischer Praxis vollzogen. |
In der kuratorischen Verantwortung der beteiligten Häuser werden jeweils einzelne Aspekte von Mapping behandelt und innerhalb des Netzwerkes der beteiligen Museen abgestimmt. DieAusstellungen und Veranstaltungen verknüpfen sich zu einem ganzheitlichen wie auch vielfältigen Bild. Zusammen ergeben sie das facettenreiche Mosaik einer Region im Wandel. Sie erkunden den Natur-, Geschichts- und Kulturraum Ruhr und legen mit der künstlerischen Methode des MappingSchnitte, in denen Potenziale und Probleme aufscheinen. In der Verschränkung von Innen- und Außenperspektive machen die 14 Projekte und Ausstellungen ein lebendiges Selbstverständnis in derMetropole Ruhr und ihrer Zukunft sichtbar und entwickeln Formen der Aneignung und der selbstbestimmten Nutzung. |
Für die RuhrKunstMuseen ist dieses Ausstellungsvorhaben der Beginn einer langfristigen kooperativen Zusammenarbeit als Netzwerk, bei der die Funktion des Museums als Ort des kulturellenGedächtnisses wie als Ort künstlerischer Produktion zum Tragen kommt. Wenn sich die RuhrKunstMuseen in ihrem ersten gemeinsamen Ausstellungsprojekt der künstlerischen Methodik des Mapping bedienen, greifen sie eine zeitgenössische Kunstpraxis auf, mit der sich die Metropole Ruhrneuartig erfassen lässt, und sich zugleich die Netzwerkstruktur der RKM wie die regionale Struktur der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 abbildet. Das Ausstellungsprojekt „Mapping“ ist nach Inhalt und Struktur einzigartig und als eigener Beitrag der RuhrKunstMuseen zum Kulturhauptstadtjahrkonzipiert. |
Die Ausstellungen der beteiligten Museen - Terminübersicht
liquid area, Flottmann-Hallen, Herne & Städtische Galerie Herne WasserSpiegel 16.1. - 21.2.2010 WasserWege 13.3. – 25.4.2010 WasserSpiele 4.6. – 11.7.2010 WasserFarbe 4.9.-17.10.2010
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ÜberTage. Pixelprojekt_Ruhrgebiet 29.1. - 21.3.2010, Kunstmuseum in der Alten Post, Mülheim an der Ruhr |
Bernd und Hilla Becher - Bergwerke und Hütten 7.2. - 2.5.2010, Josef Albers Museum Quadrat Bottrop |
Zwischen Kappes und Zypressen - Gartenkunst an Emscher und Ruhr 21.2. – 24.5.2010, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen |
Mapping the Region - Olaf Metzel. Noch Fragen? 26.2. – 24.5.2010, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg mehr... |
Christina Kubsich: Wellenfang – Klanglandschaften im Ruhrgebiet 11.4. - 6.6.2010, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl |
Weltsichten: Landschaft in der Kunst vom 17. bis zum 21. Jahrhundert 8.5 – 5.9 & 10.9.– 21.11., Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, Situation Kunst (für Max Imdahl) |
Andreas Siekmann - Aus: Gesellschaft mit beschränkter Haftung/ From: Limited Liability Company, 1996-99 30.5. - 8.8.2010, Gustav-Lübcke-Museum Hamm |
Unerwartet/Unexpected 19.6. - 10.10.2010, Kunstmuseum Bochum |
Outdoor and Outside – Tadashi Kawamata im Dialog mit der Outsiderszene des Ruhrgebiets 4.7. – 5.9.2010, Kunsthalle Recklinghausen |
U-Westend 9.7. - 19.9.2010, Museum Ostwall im Dortmunder U |
! Hacking the City 16.7. - 26.9.2010, Museum Folkwang, Essen |
Light 21. Licht-Kunst-Visionen für das 21. Jahrhundert 23.10. – 6.12.2010, Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna |
Mischa Kuball: 100 Lichter / 100 Gesichter 28.10.2010 – 30.04.2011, Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum, Campusmuseum. Sammlung Moderne |
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Quelle/ Ruhr.2010 |