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Industriekultur: Stiftung Zollverein PDF Drucken
Thomas-Willemsen_Zollverein  Die schönste Zeche der Welt
Das Welterbe Zollverein
Die weltweit schönste Zeche und größte Kokerei sind heute das Symbol der Metropole Ruhr. Ein fantasievoller Riese, umgeben von Natur, randvoll gefüllt mit Kunst, Kultur, Kreativität, Geschichte und Geschichten in denkmalgeschützten Gebäuden. Zeit für einen Besuch auf Zollverein.


UNESCO Weltkulturerbe
100 Hektar im Essener Norden, Schacht XII, Schacht 1/2/8 und Kokerei Zollverein. 1847 wurde der erste Schacht abgeteuft, 1986 die letzte Kohle gefördert, 1993 die Kokerei stillgelegt. Gebäude und Anlagen stehen seit 2000 offiziell unter Denkmalschutz. 2001 folgte die Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO. Erhalt durch Umnutzung ist die Losung, Vielfalt bestimmt das Angebot. Geschichte, Kultur, Kreativität, Veranstaltungen, Gastronomie, Freizeit, all das bietet Zollverein rund zwei Millionen Besuchern im Jahr.


Thomas_Willemsen_zollverein

Geschichte und Entwicklung Zollvereins
Zollverein, mit seinen erhaltenen vier von ehemals fünf Schachtanlagen, den Anlagen unter Tage, der zentralen Kokerei, den Halden, seinen Verkehrsanlagen und seinen Arbeitersiedlungen, kurz: die „Industrielle Kulturlandschaft Zollverein", steht exemplarisch für die Kohle fördernde und verarbeitende Industrie des 19. und 20. Jahrhunderts. Zollverein ist die weltweit einzige Anlage, an der sich die Komplexität dieses Industriezweiges heute noch ablesen lässt. Zollverein ist deshalb Symbol für die Industriekultur im Ruhrgebiet, jener deutschen Region, die von der sozialen, ökonomischen, ästhetischen und industriellen Geschichte des Kohle- und Stahlzeitalters bis heute geprägt ist wie keine andere.

Das „schwarze Gold", die großen Kohlenvorräte an der Ruhr, die durch Bohrungen nachgewiesen worden waren, galten im 19. Jahrhundert als der Energieträger der Zukunft. 1847 kauft der Duisburger Industriepionier Franz Haniel (1779-1868) 13 zusammenhängende Grubenfelder, teufte den ersten Schacht ab und nannte die entstehende Zeche „Zollverein" nach der 1834 in Kraft getretenen Freihandelszone aus 14 deutschen Staaten. Der Name war Programm, stand der Deutsche Zollverein doch synonym für wirtschaftlichen Aufschwung und Prosperität.


Zollverein Schacht XII: Außergewöhnliche Architektur
Zollverein war aber nicht nur die größte Zeche des Ruhrgebiets, sie wurde auch als die „schönste Zeche der Welt" bezeichnet. Im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut, dominieren strenge Symmetrie und Geometrie sowohl die einzelnen Gebäudekuben als auch ihre Anordnung auf dem Areal. Die Gebäude verlaufen an parallelen Linien und bilden zwei, sich rechtwinklig kreuzende Achsen. Inmitten der ersten Achse, der Produktionsachse, ragt das 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst hervor. Die Formensprache ist sachlich, reduziert und ästhetisch; einheitlich rote Backsteinfassaden im Stahlfachwerk bestimmen das Bild. Schacht XII wird als Gesamtheit begriffen, als Monument. Damit entspricht die Anlage durchaus dem Repräsentationsbedürfnis¬ ihrer Eigentümerin, der Vereinigten Stahlwerke AG, die als Europas größter Montankonzern galt.

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Die Kokerei Zollverein
Im gleichen Stil wurde 1957 bis 1961 – ebenfalls nach Plänen von Fritz Schupp – die Kokerei Zollverein westlich von Schacht XII gebaut und am 12. September 1961 in Betrieb genommen. Auch die Kokerei schuf Produktionskapazitäten der Superlative. Nach ihrer Erweiterung in den 1970er Jahren „buk" sie täglich auf der „schwarzen Seite" in 304 Öfen bei 1.250 Grad 10.000 Tonnen Kohle zu 8.600 Tonnen Koks. Die dabei entstehenden Gase wurden auf der „weißen Seite" zu Ammoniak, Rohbenzol und Teer weiterverarbeitet. In Spitzenzeiten hatte die Kokerei 1.000 Mitarbeiter.

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Erhalt durch Umnutzung
Das Ende des Kohle- und Stahlzeitalters machte auch vor Zollverein nicht Halt. Die größte Zeche des Ruhrgebiets konnte trotz aller Rationalisierungsbemühungen dem Kostendruck ausländischer Kohleförderung nicht Stand halten. Am 23. Dezember 1986 fuhr die letzte Schicht nach 135 Jahren Bergbaubetrieb ein. Damit stellte Zollverein als letzte der Essener Zechen den Betrieb ein: Am 30. Juni 1993 folgte die Kokerei.

Mit dem Ende des Zechen- und Kokereibetriebs stellte sich die Frage nach der zukünftigen Ausrichtung. Vielerorts mussten ausgediente Industrieanlagen neuen Nutzungen wie Gewerbegebieten oder Wohnsiedlungen weichen. Auch für Zollverein stellte die Ruhrkohle AG, seit 1969 Eigentümerin Zollvereins, einen Abrissantrag, allerdings waren die Bestrebungen zum Erhalt der Anlagen mit seiner herausragenden Architektur und seiner wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Bedeutung für die ganze Region stärker. Einige Tage vor der letzten Schicht wurde Zollverein am 16. Dezember 1986 per Ministererlass aus Düsseldorf unter Schutz gestellt.

Erhalt durch Umnutzung war das Prinzip. Schon 1987 entstand die Idee, Zollverein kulturell zu nutzen, um damit einen Katalysator für den Strukturwandel zu erhalten. Die Hallen wurden denkmalgerecht saniert, neue Mieter zogen ein. Dies waren vor allem Künstler und Kreative. Kulturveranstaltungen und der Denkmalpfad ZOLLVEREIN® zogen mehr und mehr Besucher in die einst „Verbotene Stadt". Auch die Kokerei konnte für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.



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Zollverein heute
Mit der Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO am 14. Dezember 2001 wurde der auf Zollverein vollzogene und weiter zu vollziehende Strukturwandel besiegelt. Einzigartig und authentisch muss ein Denkmal sein, um in die Welterbeliste aufgenommen zu werden, aber auch sinnvoll in das öffentliche Leben eingebunden sein. Der von dem niederländischen Architekten Rem Koolhaas 2001/2002 entwickelte Masterplan für Zollverein setzt diese Forderung konsequent um. Die Sanierung der Hallen und Flächen schreitet seitdem voran, neue Nutzer wurden und werden gesucht. Auch die Kohlenwäsche, das größte Übertagegebäude Zollvereins, wurde 2003-2006 umfassend umgebaut. Die Fassade und die Maschinen wurden saniert, moderne Technik und Versorgungseinrichtungen zogen ein. Schließlich wurde die Gangway angefügt: eine 58 Meter lange, freistehende Rolltreppe führt direkt in die 24-Meter-Ebene. Hier finden die Gäste auf Zollverein das neue Besucherzentrum Ruhr/ RUHR.VISITORCENTER, das „Portal der Industriekultur", den neuen Denkmalpfad ZOLLVEREIN® und das Ruhr Museum, in dem die Metropole Ruhr ein Schaufenster für Geschichte, Gedächtnis und Gegenwart erhält.


Mit dem SANAA-Gebäude ist 2006 der erste Neubau seit 50 Jahren auf dem Welterbe entstanden. Ein architektonisches Meisterstück des japanischen Büros SANAA, ein grauer Kubus stattlich und luftig-leicht zugleich, bietet mit 134 wie zufällig angeordneten Fenstern, interessante Ein- und Durchblicke auf das Welterbe. Die neu angelegte designstadt auf dem angrenzenden Schacht 1/2/8 wächst. Das Gebäude designstadt N°1 bietet Büros und Ateliers für Gründer, weitere Bauten werden folgen. Der Zollverein Park ist ein Naherholungsgebiet für die Anwohner und Besucher des Welterbes und bietet auf ehemaligen Halden Platz für seltene Flora und Fauna. Ob Ruhe und Entspannung oder Spiel und Spaß für Jung oder Alt, jeder findet auf dem 100 Hektar großen Gelände seinen Lieblingsplatz.



Portal-der-Industriekultur-

Portal der Industriekultur: Zukunft mit Geschichte
Die beiden ehemaligen Rundeindicker in der Kohlenwäsche beherbergen das Portal der Industriekultur, das Vergangenheit und Zukunft, Identität und Vision im drittgrößten Ballungsraum Europas miteinander verbindet. Mit Geräuschen und Bildern inszeniert sich die Region und präsentiert das reiche Panorama der Industriekultur in NRW in ihrer Herkunft, Gegenwart und Zukunft. Besucher entdecken die Ankerpunkte der Route der Industriekultur der Metropole Ruhr genauso wie industrielle Routen, Industriemuseen und Originalschauplätze in ganz Nordrhein-Westfalen. Ein besonderes Highlight ist der Panoramafilm 360 Grad Ruhr. Wie in einem Kino, jedoch vom Film umringt, tauchen die Zuschauer ein: Umgeben von Birkenwäldern, auf dem Rhein, im Forschungslabor, im Konzerthaus oder in der Fankurve erleben sie die zahlreichen Facetten der Region und sind immer mittendrin.

Denkmalpfad ZOLLVEREIN®: Zeche in Bewegung
Auch der Weg durch die authentisch erhaltenen Anlagen der einstmals größten und modernsten Steinkohlenzeche Zollverein Schacht XII ist didaktisch von Grund auf neu erschlossen und Anfang Dezember 2009 neu eröffnet worden. Entlang riesiger Maschinen und Transportbänder, vorbei an Kohlewagen folgen Besucher dem „Weg der Kohle" von der Förderung zu Tage bis zu ihrer Verladung. Auf den ersten Blick sind die Anlagen, die 1986 stillgelegt wurden, unverändert. Mit Hilfe neuer Medientechnik ist es nun gelungen Siebtrommeln, Becherwerke und Setzmaschinen wieder zu neuem Leben zu erwecken. Nicht nur Geräusch und Bewegung geben dem nun stillen Bergwerk eine neue Dynamik, auch können Besucher mittels 3D-Projektionen sehen, was sich hinter der Verkleidung einer Maschine abspielte. Sie erhalten Einblicke in komplexe technische Abläufe, die einst den Rhythmus auf der größten Zeche weltweit vorgaben.

Das Besucherzentrum Ruhr ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet (Am 24. und am 31. Dezember geschlossen)
Portal der Industriekultur kann täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr besichtigt werden. Eintritt zum Portal der Industriekultur: 2 Euro

Zollverein Park: Gezähmte Wildnis zum Entspannen
Wo früher das taube Gestein als Abfallprodukt der Kohleförderung gelagert wurde, lassen sich heute botanische Raritäten und Tiere entdecken. Die Natur hat sich auf der ehemaligen Halde ihren Raum zurückerobert. Die Anlage des Zollverein Parks trägt dem Rechnung: respektvoll und behutsam wurde die vorhandene Landschaft gestaltet und ergänzt, eine gezähmte Wildnis ist entstanden. Der Park verändert sich weiter auf natürliche Weise, kontinuierliche Pflege und sanfter Rückschnitt helfen, ihn zu formen.

Neu angelegte Wege erschließen und verbinden das Areal, eine 3,5 km lange Ringpromenade umgibt den Park für Radfahrer, Fußgänger, Jogger und Naturliebhaber. An zentralen Punkten auf dem Gelände entstehen Pavillons als Kunstorte und Ruhezonen. Für Spaß und Abwechslung sorgen Spielorte, die besonders von Familien und Kindern geschätzt werden.
Eine dezente, flächige, natürliche Beleuchtung lässt die Dimensionen Zollvereins und seine räumliche Wirkung auch bei Nacht deutlich werden. Besucher von Abendveranstaltungen werden in einer angenehmen Atmosphäre empfangen.

Der Orientierung auf dem Gelände dienen auch die 3D-Modelle Zollvereins. An den Eingängen und an markanten Punkten verteilt, bilden sie das Areal des Welterbes ab. Der Besucher kann sich so schnell zu Recht und den Weg zu seinem nächsten Zielpunkt finden.

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3D-Modelle, Foto ©Petra Schiefer

Zollverein Konzerte
Zollverein hat sich als Stätte hochkarätiger Konzerte längst einen guten Namen gemacht. Die Konzertreihe der Stiftung Zollverein findet seit 1997 regelmäßig an verschiedenen Spielorten auf dem Gelände der Zeche und Kokerei Zollverein statt. Mit weltbekannten Musikern wie dem Pianisten Alfred Brendel, dem Saxophonisten Jan Garbarek, dem Violinenvirtuosen Frank Peter Zimmermann oder der Opernsängerin Waltraud Meier konnte sich Zollverein als ungewöhnliche Stätte für hochkarätige Kammermusik bundesweit profilieren. Regelmäßiger Gast bei den erfolgreichen Zollverein Konzerten ist auch die international beachtete WDR Big Band Köln, die mit hervorragenden Solisten immer ein außergewöhnliches Jazzerlebnis präsentiert. Die Zollverein Konzerte finanzieren sich durch Sponsoren- und Spendengelder, vor allem der Förderverein „Freunde Zollverein" ist ein wichtiger materieller wie ideeller Unterstützer der Konzertreihe. Die Konzerte tragen dazu bei, den Standort Zollverein überregional bis international bekannt zu machen und ein breites Publikum aus dem In- und Ausland auf die Welterbestätte zu locken.

Öffnungszeiten
täglich 10.00 bis 19.00 Uhr

Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen

Anfahrtsplan hier...

Mehr Information finden Sie unter www.zollverein.de

Hier gibt es die Broschüre "Zollverein- Ein Erlebnis" als PDF zum Download
 

 

Quelle: Stiftung Zollverein

Fotos: ©Thomas Willemsen

 
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Copyright © 2009 by Petra Schiefer