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Ausstellungen: Museum Voswinckelshof Dinslaken PDF Drucken
Selbstbildnis-c-Musee des Beaux Arts d'Agen  Visionen von Schrecken und Hoffnung
Francisco de Goya
Goyas große Grafikreihen „Schrecken des Krieges" und „Los Caprichos" sowie zwei seiner Ölgemälde aus dem Museum der schönen Künste in Agén bilden den Kern der Ausstellung im Museum Voswinckelshof.
Laufzeit: 20.06.2010 - 12.09.2010


 

Der Voswinckelshof ist längst aus der Rolle eines Heimatmuseums herausgewachsen. Gewiss ist der stadthistorische Aspekt immer noch wichtig, aber regelmäßige Wechsel- und Sonderausstellungen unterstreichen den Anspruch des städtischen Museums zur Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst.

Vom 20.06.2010 an, offenbart sich dem Besucher eine nicht alltägliche Ausstellung mit zwei Originalbildern Goyas und einer Reihe moderner Gemälde, Videos und Objekte verschiedener Künstler. Titel des Gezeigten: „Francisco de Goya - Visionen von Schrecken und Hoffnung".


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© Musee des Beaux Arts d'Agen


Noch nie hat es in Dinslaken eine solche Ausstellung gegeben

Und noch nie wurde der Transport von Exponaten so sorgsam und unter Sicherheitsaspekten so generalstabsmäßig vorbereitet. Die Meisterwerke Goyas und ein Ölbild von Eugenio Lucas y Velásquez sind Leihgaben des Museums aus der französischen Partnerstadt Agen. In der Präsentation ab Sonntag, 20. Juni, wird zudem gezeigt, wie Künstler der Gegenwart Goya sehen und interpretieren.
Neben Bildern von Otto Pankok, der wegen der geographischen Nähe zu Hünxe hierzulande einem breiten Publikum bekannt ist, verkörpern andere Arbeiten teils die beklemmende Art und Weise von Bürgerkrieg und Macht. Unter den internationalen Ausstellern sind beispielsweise der Chinese Yongbo Zhao mit Goya-Hommagen und die Israelin Sigalit Landau, die ihr Land bereits auf der documenta X und der Bienale in Venedig vertrat.

Erstmals außerhalb Frankreichs
Visionen von Schrecken und Hoffnung bekam Francisco de Goya, als er die Schlachtfelder des Kampfes der Spanier gegen die napoleonischen Besatzer durchqueren musste. Bis zum Ende seines Lebens ließ ihn das Thema nicht mehr los. So schuf er viele Radierungen, die sich unterschiedlicher Motive bedienen und doch das Eine kennzeichnen: Gewalt und Elend sind die Begleiter der Menschheit, doch auch im Elend gibt es immer wieder Hoffnung. Wichtige Werke von Vorläufern Goyas aus dem 17. Jahrhundert sind ebenso zu sehen wie Arbeiten zeitgenössischer Künstler.
Ohne die großzügige Unterstützung der Partnerstadt in Südwestfrankreich, gelegen auf halber Strecke zwischen Toulouse und Bordeaux, und ohne Sponsoring der Dinslakener Stadtwerke und des Museums-Fördervereins wäre diese außergewöhnliche Ausstellung, die bis 12. September zu sehen sein wird, nicht möglich geworden. Die Ölbilder des großen spanischen Meisters, darunter ein Selbstbildnis von 1738, werden übrigens zum ersten Mal außerhalb Frankreichs gezeigt.



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© Musee des Beaux Arts d'Agen


Francisco de Goya
Francisco de Goya y Lucientes (*30. März 1746 † 16. April 1828) ist in Kunst und Leben Europäer. Zu Beginn seiner Karriere bereiste er Spanien, Frankreich und Italien. Nach einer Phase als anerkannter Gesellschafts- und Hofmaler prangerte er den Terror der französischen Besatzungstruppen in der Grafikserie „Schrecken des Krieges" an. Gegen Ende seines Lebens zog er sich aus Furcht vor Repressalien aus Spanien nach Frankreich zurück.
 
Goyas Bilder sind eine Brücke zwischen der älteren und der modernen Kunst. Goya war Hofmaler und gleichzeitig Verächter des Hofs, er malte religiöse Szenen und Traumbilder der Schwarzen Magie mit gleicher Ausdruckskraft. Als schonungsloser Beobachter kritisierte er mit seiner spitzen Radiernadel die Welt, die ihn umgab.

Goya gehört zu den ersten Künstlern, die ihre Themen moralisch werteten. Er fällte mit der ganzen Kraft seiner Kunst Urteile. Seiner Volksweisheit und Lebensklugheit, gepaart mit einem Schuss Aberglauben und Realismus ermöglichten es ihm, bei Königen und Adeligen menschliche Unzulänglichkeit, beim Volk Größe und Erbärmlichkeit aufzuspüren. Er vermochte seinen Figuren daher – etwa in den „Los Caprichos" – mit ironischer Überlegenheit zu begegnen, die manchmal voller Zärtlichkeit ist.
 

Goyas große Grafikreihen „Schrecken des Krieges" und „Los Caprichos" sowie zwei seiner Ölgemälde aus dem Museum der schönen Künste in Agén bilden den Kern der Ausstellung im Museum Voswinckelshof und waren Anlass für ein weiteres Nachdenken über das Thema „Terror gegen die Zivilbevölkerung" und wie sich dieser in der Kunst spiegelt.
Goyas Bilder werden in der Ausstellung unter verschiedenen Ansätzen mit älteren und neueren Kunstwerken konfrontiert. Die künstlerische Beschäftigung mit Gewalt gegen Menschen, aber auch vielen anderen Themen, die Goya bearbeitete, sowie die direkte Auseinandersetzung zeitgenössischer Künstler mit Motiven von Goya prägen diese Ausstellung und machen sie interessant.
 

Francisco de Goya
Visionen von Schrecken und Hoffnung

20.06.2010 - 12.09.2010
dienstags bis sonntags 10.00 - 18.00 Uhr
(montags geschlossen)

Kurator ist Jürgen Kaumkötter, Berlin.


Museum VoswinckelshofMuseum Voswinckelshof
Elmar-Sierp-Platz 6
46535 Dinslaken
Tel.:0 20 64/24 49

www.dinslaken.de


museum-anfahrtskizze
Anfahrt und Stadplan in einer größeren Darstellung finden Sie hier..


Weitere Infos zum Museum

Das stadthistorische Museum Voswinckelshof befindet sich in einem ehemaligen Adelssitz am Rand der Dinslakener Altstadt. Die Dauerausstellung zeigt die Entwicklung der Stadt von der ersten Besiedelung bis in die 1970er Jahre.

Die Stadtgeschichte wird ergänzt durch Abteilungen, die dem Wohnen, Leben und Arbeiten der Menschen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gewidmet sind. Eine Spielzeugsammlung sowie eine Abteilung zum Thema Schule ergänzt diesen Teil. Im Dachgeschoß sind Exponate verschiedener Handwerksberufe zu sehen, vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Dinslaken war lange eine „Ackerbürgerstadt" und lag in weitgehend sumpfigem Umland. Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in der Stadt größere Industriebetriebe. Zu dieser Zeit wurde es in den großen Zentren des Ruhrgebiets spürbar enger. Großbetriebe suchten in den benachbarten kleineren Orten nach preiswerten und leicht erreichbaren Ausweichmöglichkeiten zum Bau neuer Anlagen und Wohnsiedlungen. So repräsentiert die Geschichte Dinslakens auch ein Stück der typischen Entwicklung des Ruhrgebietes.


Eintritt
Kinder unter 6 Jahren frei
Erwachsene 1,50 Euro
ermäßigt 1 Euro
Familienkarte 4,50 Euro
Gruppen (ab 10 Personen) je Person 1Euro

Im Eintrittspreis ist der Besuch von Sonderausstellungen in der Regel (Ausnahmeregelungen bestehen im Einzelfall) enthalten.

Quelle/Fotos: Pressestelle der Stadt Dinslaken




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© Musee des Beaux Arts d'Agen



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