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Pavel Feinstein Drama der Wahrscheinlichkeiten Der 1960 in Moskau geborene Künstler schafft figurative Ölgemälde, die in der Tradition altmeisterlicher Kunst und ihrer Bildgattungen stehen. Zu sehen sind 140 Werke, von Aktdarstellungen über Porträts und Stillleben bis hin zu an biblische Historien erinnernde Szenen. Laufzeit: 10.08.2010 - 19.09.2010 |
Seine Werke nehmen innerhalb zeitgenössischer Strömungen eine Ausnahmestellung ein, da er eine an der Tradition geschulte Malerei mit hintergründigem Humor verbindet. |
Rätselhafte Bilder Trotz der Anlehnung an traditionelle Bildgattungen und Motive – oder vielleicht auch gerade deshalb? – haben Feinsteins Bilder etwas zutiefst irritierendes. Befremdend lebendig sehend uns die in Tücher gewickelten Fische mit ihren eigentlich toten Augen aus den Stillleben heraus an. Trotz ihrer Gegenständlichkeit wirken sie wenig greifbar und scheinen im Bildraum zu schweben. In höchst fragilen Kompositionen balanciert Feinstein Porzellan auf Brettern, die nicht im Raum verhaftet zu sein scheinen. Tische drohen jeden Moment vor unseren Augen weg zu kippen, und Bildgegenstände geraten ins Rutschen. Ihre Verortung im Raum ist ebenso problematisch, wie der Versuch, sie zu entschlüsseln. Rätselhaft wirken auch die scheinbar alttestamentarlichen Szenen, die bisweilen sehr humorvoll Geschichten zu erzählen scheinen, aber vielleicht in Wirklichkeit nichts anderes sind, als das was sie zeigen? In ihnen setzt sich Feinstein mit seinen jüdischen Wurzeln auseinander, nicht ohne ironischen Unterton. |
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| Pavel Feinstein, Ohne Titel, 2009 © Pavel Feinstein, Galerie KK Klaus Kiefer, Essen |
Vorstellungsräume Auch wenn Pavel Feinstein traditionelle Bildgattungen und Darstellungsweisen aufgreift, so geht er doch weit darüber hinaus. Feinstein hinterfragt mit seinen Bildern die Möglichkeiten der Malerei, etwas abzubilden, denn obwohl wir die Gegenstände entziffern können, wissen wir nicht, was wir sehen. Der Unterschied zwischen Darstellung und Dargestelltem tritt in den Bildern deutlich zu Tage. Die malerischen Qualitäten des Künstlers, sein pastoser Farbauftrag und Malgestus drängen sich in den Vordergrund und inszenieren die Entstehung der Bilder aus Farbe und Form.
Feinstein schafft eher Vorstellungsräume als Abbildungen von Wirklichkeit, er interpretiert die wirkliche Welt oder schafft gleich eine neue, die unabhängig von unserer nur auf der Leinwand Bestand hat. Pavel Feinstein lebt und arbeitet seit 1980 in Berlin. |
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| Pavel Feinstein, Ohne Titel, 2003, © Pavel Feinstein, Galerie KK Klaus Kiefer, Essen |
Anlässlich der Ausstellung ist ein Katalog im Verlag KK Klaus Kiefer erschienen, herausgegeben von Tayfun Belgin und Klaus Kiefer, erhältlich für 20 €. |
Pavel Feinstein, Ohne Titel, © Pavel Feinstein, Galerie KK Klaus Kiefer, Essen |
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Zeitgleich findet eine zweite Ausstellung statt Gesichter und Gestalten - Expressionistische Blätter aus der Sammlung des Osthaus Museums Hagen Unmittelbar erfasst den Betrachter die kraftvolle Bildsprache der expressionistischen Druckgrafik. Die vereinfacht dargestellten, bisweilen deformierten Körper und Gesichter provozieren eine direkte Reaktion. Über sie werden innere Empfindungen zum Ausdruck gebracht, aber auch gesellschaftliche Zustände thematisiert, so dass sie einen Eindruck von der künstlerischen Sicht auf das Zeitgeschehen vermitteln. Die Ästhetik der Druckgrafik und vor allem des Holzschnitts kommt dabei den Bestrebungen der Künstler entgegen, die auf eine naturnahe Wiedergabe zugunsten der expressiven Gestaltung verzichteten. Die Ausstellung mit Werken vom Beginn des 20. Jahrhunderts stammt aus den eigenen Beständen und wird parallel zur Feinstein-Ausstellung gezeigt.
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Osthaus Museum Kunstquartier Hagen Museumsplatz 1 58095 Hagen
Anfahrt hier...
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Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Das Kunstquartier Hagen ist am 24.12./25.12./31.12./1.1. sowie Oster- und Pfingstmontag geschlossen.
Die Museen verfügen über rollstuhlgerechte Zugänge.
T. +49 2331 207 3138 Fax +49 2331 207 402
Preise Erwachsene 6 Euro Kinder zwischen 6 und 18 Jahren sowie Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Auszubildende, Wehrpflicht- oder Ersatzdienstleistende jeweils mit Ausweis, Schwerbehinderte mit Ausweis (mit dem Vermerk G und aG), Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger mit Ausweis 2 Euro
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.osthausmuseum.de |
Quelle/Fotos: Osthaus Museum |
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